Fossilien aus dem Plattenkalk

Faszinierende Plattenkalkfossilien

Der Solnhofener Plattenkalk gehört zu den bedeutendsten Fossillagerstätten des Oberjura weltweit. Die feinkörnigen Karbonatplatten entstanden im unteren Tithonium vor circa 150 Millionen Jahren in einer flachen, lagunenartigen Inselwelt am Rand des Tethys-Meeres. Stark salzhaltige, häufig sauerstoffarme Beckenbereiche führten dazu, dass Organismen nach ihrem Absterben kaum zersetzt wurden und rasch von feinem Kalkschlamm überdeckt werden konnten.

Diese besonderen Ablagerungsbedingungen ermöglichen eine außergewöhnlich detailreiche Erhaltung. Neben vollständigen Skeletten finden sich häufig auch filigrane Strukturen wie Insektenflügel, Hautkonturen, Weichteilabdrücke oder Federstrukturen. Berühmt ist die Formation insbesondere durch den Urvogel Archaeopteryx, dessen Funde eine Schlüsselrolle für das Verständnis der Evolution von Vögeln aus theropoden Dinosauriern spielen.

Ein weiterer entscheidender Faktor für die wissenschaftliche Relevanz dieser Fossilien ist die Präparation. Durch sorgfältige mechanische und teilweise auch chemische Präparationstechniken lassen sich Details freilegen, die bei gleichaltrigen Fossilien anderer Fundorte meist verborgen bleiben. Feinstrukturen wie feinste Borsten, Muskelansätze, Hautreste oder selbst mikroskopische Oberflächenstrukturen können sichtbar gemacht werden. Dadurch gewinnen die Funde nicht nur ästhetisch, sondern auch wissenschaftlich erheblich an Bedeutung und liefern Einblicke, die weit über das übliche Maß fossiler Überlieferung hinausgehen.

Für Sammler und Paläontologen gleichermaßen interessant ist zudem die große taxonomische Bandbreite des Plattenkalks. Neben verschiedenen Reptilien und zahlreichen Fischarten treten regelmäßig unterschiedlichste Krebse, Cephalopoden, Insekten, Stachelhäuter, Weichtiere sowie Pflanzenreste auf. Viele Exemplare sind vollständig artikuliert und durch die Erhaltung feinster Strukturen besonders ästhetisch und wissenschaftlich wertvoll.

Wichtige Fundregionen liegen rund um Solnhofen, Eichstätt, Mörnsheim, Schamhaupten und Daiting. Obwohl sie geologisch eng verwandt sind, unterscheiden sich die einzelnen Steinbrüche teils deutlich im Fossilspektrum und in der Erhaltungsqualität. Einige Lokalitäten sind beispielsweise für besonders gut erhaltene Fische bekannt, andere für seltene Wirbeltiere oder eine hohe Vielfalt an Krebsen und Insekten.

Gerade diese Kombination aus Lagerstättencharakter, außergewöhnlicher Detailerhaltung und lokal differenzierten Fossilgemeinschaften macht den Solnhofener Plattenkalk zu einer der faszinierendsten Quellen jurassischer Fossilien – sowohl für wissenschaftliche Forschung als auch für anspruchsvolle Sammlungen.

Pterodactylus antiquus Flugsaurier-Fossil auf Kalkstein aus dem Altmühltal
Pterodactylus antiquus Flugsaurier-Fossil auf Kalkstein aus dem Altmühltal

Flugsaurier Pterodactylus antiquus

Funde von Flugsauriern in den Plattenkalken der Altmühlalb zählen stets zu den ganz großen Seltenheiten. Trotzdem sind bisher schon etliche Arten, die unterschiedlichen Gattungen angehören, in zum Teil exquisiter Erhaltung gefunden worden. Bei einigen Funden sind sogar Weichteile wie die Flughaut, Schwimmhäute zwischen den Zehen, Reste von Behaarung oder Mageninhalt gefunden worden. Das hier gezeigte Fossil eines Kurzschwanzflugsauriers Pterodactylus antiquus von Solnhofen im Altmühltal befand sich für mehrere Jahrzehnte in einer Privatsammlung. Es zeigt eine hervorragende 3-dimensionale Erhaltung der Knochen, sowie die typische, durch Muskelkontraktionen nach dem Tode des Tieres hervorgerufene Überdehnung des Halses nach hinten. Nach der Überarbeitung mit modernen Präparationsmethoden ist daraus ein nun äußerst attraktives Sammlungsstück geworden. Dieses Exemplar hat bereits einen neuen Besitzer gefunden, sollten Sie sich aber für ein Flugsaurierfossil interessieren freuen wir uns jederzeit über Ihre Nachricht.

Fossil von Gyrodus circularis (Mondfisch) auf Kalksteinplatte aus Solnhofen
Fossil von Gyrodus circularis (Mondfisch) auf Kalksteinplatte aus Solnhofen

Großer Mondfisch Gyrodus circularis

Dieser besonders große und dekorative Mondfisch Gyrodus circularis stammt wie die allermeisten Funde großer Mondfische aus dem oberen Jura von Solnhofen. Bei dieser Größe wirkt das perfekt erhaltene Kugelzahngebiss, welches zum Zerkleinern hartschaliger Nahrung ausgelegt ist, besonders eindrucksvoll. Diese Tiere dürften sich von Muscheln, Schnecken, Korallen und Ammoniten ernährt haben. Bei einem Exemplar wurden im Bauchraum sogar 2 große Laevaptychen gefunden, was auf den Verzehr eines großen Ammoniten, vermutlich Aspidoceras oder Gravesia, hinweist. Da im Steinbruchgebiet um Solnhofen der Abbau der Plattenkalke nur noch in geringem Ausmaß stattfindet wurden in den letzten Jahren keine weiteren Neufunde großer Kugelfische bekannt. Das hier gezeigte Exemplar ist bereits verkauft, aber hin und wieder kann es durchaus sein, dass ein ähnliches Exemplar aus einer Sammlungsauflösung verfügbar wird.

Dieses Fossil ist bereits verkauft.

Dieses Fossil ist bereits verkauft.

Detailaufnahme der Zähne von Gyrodus circularis, Solnhofen
Detailaufnahme der Zähne von Gyrodus circularis, Solnhofen
Gyrodus circularis Fossil mit Dr. Görlich als Größenvergleich
Gyrodus circularis Fossil mit Dr. Görlich als Größenvergleich
Fossil eines Pleurosaurus auf Kalksteinplatte aus Solnhofen
Fossil eines Pleurosaurus auf Kalksteinplatte aus Solnhofen

Schlangensaurier Pleurosaurus

Dieses Fossil ist bereits verkauft.

Kopfbereich des Pleurosaurus im Detail auf Kalkstein aus Solnhofen
Kopfbereich des Pleurosaurus im Detail auf Kalkstein aus Solnhofen
Schwanz des Pleurosaurus im Detail auf Kalksteinplatte aus Solnhofen
Schwanz des Pleurosaurus im Detail auf Kalksteinplatte aus Solnhofen
Körperstruktur des Pleurosaurus im Detail auf Kalkstein aus Solnhofen
Körperstruktur des Pleurosaurus im Detail auf Kalkstein aus Solnhofen

Hierbei handelt es sich um ein vollständiges Exemplar des sehr seltenen Schlangensauriers Pleurosaurus spec. aus den obersten Solnhofener Lagen des Solnhofener Plattenkalkes mit ungewöhnlich dunkler Knochenerhaltung. Wahrscheinlich handelt es sich sogar um das einzige vollständige Exemplar welches in diesen Schichten gefunden wurde. Die Pleurosaurier waren eine Gruppe von nahezu perfekt an das Leben im Wasser angepassten Brückenechsen (Rhynchocephalen) bei denen sich die Gliedmaßen zugunsten eines überlangen Schwanzes zurück gebildet hatten. Möglicherweise zählen sie sogar zu den „Urahnen“ der heutigen Schlangen, wenngleich auch die Schädelanatomie deutliche Abweichungen aufweist. Das gezeigte Exemplar ist verkäuflich – bitte setzen Sie sich bei Interesse einfach mit uns in Verbindung.

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